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Was ist ECVET?

ECVET ist ein System zur Akkumulierung und Übertragung von Leistungspunkten in der beruflichen Aus- und Weiterbildung. Mit seiner Hilfe können Lernergebnisse, die eine Person im Bereich der beruflichen Bildung erzielt hat, über „Systemgrenzen“ hinweg dokumentiert und bescheinigt werden.

Das ECVET erlaubt die Dokumentation, Validierung und Anerkennung von Lernergebnissen, die im Ausland erzielt wurden – sei es in der formalen Berufsbildung, sei es in nicht formalen Kontexten. Es ist personenzentriert, d. h. es beruht auf der Validierung der von den Einzelnen erreichten Kenntnisse, Fertigkeiten und Kompetenzen , die die Grundlage für deren Akkumulation und Transfer ist.
Dieser Weg über die Lernergebnisse schien deshalb erforderlich, weil die Berufsbildungssysteme und die einzelnen Bildungsgänge, verglichen mit der Situation im Hochschulbereich, sehr stark variieren. Die Beschreibung der Lernergebnisse erfolgt über sogenannte Einheiten (units), die, indem sie verschiedene Kenntnisse, Fertigkeiten und Kompetenzen zusammenfassen, eine doppelte Leistung erbringen:

Die units sind die Elemente, die transferiert bzw. akkumuliert werden und so Mobilität ermöglichen. Wie sie sich kombinieren lassen, ist Gegenstand nationaler Regulierung, wie sie z. B. im Rahmen der Definition von Berufsbildern oder von Lehrplänen für berufliche Schulen stattfindet.
Aus der Sicht der Lernenden lassen sich Akkumulation und Transfer wie folgt beschreiben:

Vom Vorschlag zum System
Bei der Darstellung der Grundelemente und der Funktionsweise des ECVET wird deutlich, dass eine Vielzahl von nationalen Akteuren in den Gesamtprozess eingebunden sind. Konventionen und Vereinbarungen zwischen Bildungseinrichtungen, Unternehmen und nationalen Behörden werden erforderlich.
Das ECVET-System schließt deshalb eine Reihe von Instrumenten und Informationsträgern ein. Diese wurden zum Teil schon früher im europäischen Kontext entwickelt und auf nationaler Ebene eingeführt, wie der EUROPASS. Zum Teil werden ECVET-spezifische Instrumente benötigt, von denen einige noch in der Entwicklung sind.

[Zusammenfassung nach Isabelle Le Mouillour, Das Europäische Leistungspunktesystem für die Berufsbildung: Stand und Perspektiven. In: Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis (BWP) 35 (2006) / 2 , S. 24 – 28]